Am 12.9.2024 fand der vierte Remscheider Queer Slam in der Gelben Villa statt und war ein voller Erfolg!
6 Minuten Zeitlimit, eigene Texte und keine Requisiten. Doch was die Textform und die Inhalte angeht, ist beim QueerSlam alles erlaubt – von Lyrik über Prosa bis hin zu Comedy.
Birte Stolte, Karl Kelschebach, Julian Henry Helmut Raab und Paula Höll haben die Bühne in einen Ort der Vielfalt verwandelt. Birte Stolte prägte den Begriff »Belästigungsbingo« für stets aufs Neue erlebte Grenzüberschreitungen und einen generellen Sicherheitsverlust. Julian Henry Helmut Raab parodierte mit dem »Gießkannenfaschismus« den aktuellen politischen Trend und Paula Höll setzte sich gegen Intoleranz ein.
Das Publikum entschied: Aus der ersten Runde zog Karl Kelschebach mit Berichten von Tabus und Klischees, besonders zur Zeit seines Coming Out, direkt ins Finale ein. Anschließend wählte das Publikum die Begriffe »Flamingo«, »Sellerie« und »Nasenbärchen«, die es in einer Improvisationsrunde in einem neuen Werk zu erwähnen galt. Bonuspunkte erhielt hierbei, wer zusätzlich noch das Wort »Sand« einbaute; Paula Höll tat nicht nur das, sondern bezog sich in ihrer Erzählung auf alle zuvor gelesenen Texte und lustige Ereignisse des Abends. So durfte sie im Finale mit Karl Kelschebach antreten, der die Höhen und Tiefen des Leben als Sohn eines passionierten Ornithologen erläuterte. Paula Hölls Text legte eine Todesangst dar, verursacht durch das Erstarken rechter Parteien in Europa. Dies brachte ihr nicht nur in einer Applausabstimmung den Triumph, sondern auch eine Packung Gewürzspekulatius mit Schokolade ein, die trotz (oder gerade wegen) der noch verbleibenden Zeit zum Jahresende einen begehrten Preis darstellt.
Begleitet wurde der Abend voller Energie und Begeisterung durch Anna Lisa Azur. Es war ein wunderschöner Tag mit einer erfrischenden Ladung queerer Power!