Am Sonntag dem 30.6.2024 fand BEST OF POETRY SLAM in der Remscheider Konzertmuschel statt. Aufgrund der instabilen Wetterbedingten wurde das Publikum mit den KünstlerInnen direkt auf der Bühne zusammen gesetzt, was dem Ganzen eine besondere Intimität und Direktheit verliehen hat.

Moderiert wurde der Abend von Anna Lisa Azur, die mit ihrer Wortgewandtheit, Humor und viel Liebe das Publikum in ihren Bann zog.

Folgende Wortkünstler*innen haben ihr Können unter Beweis gestellt:

Den Abend hat Tilman Döring mit seinem Text vom Aufbrechen der klassischen Geschlechterrollen und Rap über toxische Männlichkeit eröffnet. Tilman wurde in Leipzig 1989 geboren. Er ist Spoken Word Poet, Moderator und Musiker. Er hat kreatives Schreiben und Kulturjournalismus am Literaturinstitut Hildesheim studiert, wo er nun auch als Dozent im Bereich „Bühnenliteratur“ tätig ist. Seit 2004 steht er im gesamten deutschsprachigen Raum auf Bühnen und begeistert das Publikum gekonnt mit seinen dicht gereimten Texten und subtilem Humor.
2018 wurde die deutschsprachige Poetry Slam Kultur auf seine Initiative hin zum immateriellen UNESCO Kulturerbe ernannt.

Mehr als zehn Jahre Poetry Slam, mehr als 900 Auftritte in Deutschland, Osterreich und der Schweiz, preisgekrönter Unsinn und poetische Prosa, das ist Jan Cönig, der als zweiter den Wettbewerb betrat. Der Frankfurter Schildkrötenhalter und Sozialarbeiter weiß mit trivialen Themen zu überzeugen, die er in unterhaltsame Texte verpackt.
Er trug seinen Text names „Odysseus“ wo es ums Verfahren und fehlenden Orientierungssinn ging und sich mit der Höchstpunktzahl direkt ins Finale spielte.

Peter Panisch (Marian Heuser) trug den Text namens „Wir scheitern voran“ vor. Eine Satire über den Arbeitsmarkt von heute, über Jobangebote die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Unzufriedenheit ist garantiert!
Marian Heuser kommt aus Münster und veranstaltet mit wow.poetry.slam in ganz NRW und auch in Niedersachen herausragende Kulturveranstaltungen.
Doch nicht nur als Host und Moderator ist er spitze – er schreibt Gedichte, Auftragstexte, Soloprogramme und war bereits Landesmeister von Niedersachsen!

Bei @andreamariafahrenkampf ging es um Problemen beim Bettlakenwechsel wenn man zu kurz ist – ein Problem, das vor allem die kleineren Personen von uns kennen werden! Dafür hat sie aber direkt eine Immobilie im Auenland bekommen!
Andrea ist Bühnenpoetin und Moderatorin. Zufällig hat Fahrenkampf 2017 den Weg zum Poetry Slam gefunden und gewann im selben Jahr die Saarlandmeisterschaften, die sie mittlerweile moderiert und mitorganisiert. Fahrenkampf ist außerdem Mitglied des Saarbrücker Poetry Kollektivs Dichterdschungel, tourt aber auch regelmäßig solo durch den gesamten deutschsprachigen Raum, beispielsweise trat sie 2018 bei den internationalen deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam in Zürich an.

Marius Loy , geboren 1991 in Süddeutschland, schreibt lange Zeit nur zum Selbstzweck und seit 2013 auch für Bühnen. So ersetzt er sich in seinen Texten durch deren Machart das Theaterspiel, durch das er seine Begeisterung für den großen Auftritt entdeckte und arbeitet sich dabei zwischen Tagespolitik und Quarterlifecrisis an seinem Alltag ab. Marius war bis zu deren Auflösung festes Ensemblemitglied der monatlichen Esslinger Lesebühne „Mängeleksemplare“ und veranstaltet Poetry Slams in drei Bundesländern. 2018 wurde er Baden-Württembergischer Vizemeister im Poetry Slam. In seinem heutigen Text ging es um seine Liebe zum Sportschau und speziell um Biathlon. Denn Wintersportlyrik ist im Poetry Slam eine unterrepräsentierte Textgattung – das will Marius nun ändern!

Da Wastl war gestern der Poet mit der weitesten Anreise! Aus Graz kommend ist er derzeit einer der erfolgreichsten österreichischen Poeten.
2022 wurde DaWastl steirisch-kärntnerischer Vizemeister. Zwei Wochen darauf bereits österreichischer Vize-Meister und im November 22, erreichte er das Halbfinale der Deutschsprachigen Meisterschaften in Wien. Nach drei Jahren auf der Bühne, konnte er inzwischen über 70 Slams im ganzen deutschsprachigen Raum für sich entscheiden. Wären Wortspiele ein anerkannter Sport, dann wäre er mit Sicherheit, für das Olympische Gedichtheben qualifiziert. Außerdem ist er Mitglied des Bühnen Kollektives der ersten Grazer Lesebühne und stand auch schon mehrmals als Kabarettist auf der Bühne. In seinem gerappten Text ging es um… Kunst, Dunst, Kulturensöhne, freibaffender Dünstler*innen, Sätzeverdreher, Doppelpunkte und schließt mit der Frage: “Ist Kunst die Angst vom Scheitern und irrelevant zu sein?“

Theresa Sperling – als erste Frau seit 24 Jahren ist sie amtierende deutschsprachige Meisterin im Poetry Slam. Sie ist Slammerin, Theater- und Romanautorin und in allen drei literarischen Genres zuhause. Ihre gesellschaftskritischen Slamtexte bieten eine beeindruckende Mischung aus sprachlicher Rafinesse, choreographischer Performance und emotionaler Schlagkraft.
Theresa hat inzwischen alle Titel errungen, die der Poetry Slam zu bieten hat: 2020 wurde sie als Team „Unterricht mit Psychos“ deutschsprachige Poetry Slam Meisterin, 2023 Niedersächsisch-bremische Poetry Slam Meisterin im Einzel und im Team sowie deutschsprachige Meisterin im Einzelwettbewerb.
Theresa las eine AFD-kritische Satire in Form eines Gute-Nacht-Märchens Zwergenland und wie die Finsternis ins Land kam.

Florian Stein, geboren 1989, studierte Linguistik mit dem Schwerpunkt Sprachphilosophie in Dusseldorf, bevor er 2015 mit Bühnenauftritten im Rahmen von Poetry Slams begann. Das anfängliche Hobby entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Beruf, der ihn unter anderem mehrfach in das Finale der nordrhein-westfälischen Meisterschaften im Poetry
Slam brachte. In seinem Text „Eine aufrichtig unehrliche Entschuldigung“ ging es um die erste Freundin, Ventilkappen vom alten Mercedes vom Herrn Kaminski, Notaufnahme und die Bereitschaft sich zum Affen zu machen.

In der Finale trafen sich Jan Cönig mit dem Text „Dinosaurier 3000“ und Marian Heuser mit dem Text über seine eigene Tochter, was den beiden einen zu recht verdienten und aufgeteilten Sieg einbrachte.

Musikalisch wurde der Abend von dem Kölner Indie-Pop-Rock-Künstler Mischa Vernov umrahmt.

Nun geht Bright Lights in eine kurze Sommerpause! Am 19.7. sehen wir uns in Bergheim wieder – da allerdings mit einem SongSlam!

Foto (c) Max Schmidt Fotografie